Sierning – Steinbach a. d. Steyr

Sierning – Grünburger Hütte. Das wäre laut Wanderführer die vorgeschlagene nächste Etappe. Da ich aber nicht auf der Hütte nächtigen wollte, auch aus dem Grund, dass die darauffolgende Etappe nach Frauenburg nur etwas über vier Stunden dauern würde, hatte ich mit der Gestaltung der Strecke ordentlich zu kämpfen. Die neunstündige und 38 Kilometer lange Etappe Linz – Sierning war schon ziemlich nah an der Grenze des Möglichen – fünf Blasen und zwei dunkelblau verfärbte Zehennägel.
Nach einigen Abwägungen und Berechnungen – schließlich muss man ja auch noch einen Postbus erwischen, der einen dann zurück zum Auto bringt – habe ich mich für eine kurze Zwischenetappe von Sierning nach Steinbach an der Steyr entschieden, die laut Plan rund vier Stunden Zeit in Anspruch nehmen würde, eine akzeptable Strecke also und so ging ich diese auch nicht an einem Wochenende, sondern am Freitag Nachmittag.

Ich fuhr also nach Sierning und parkte mein Auto beim Busterminal. Dank des herrlichen Wetters war bis auf Getränke kein weiteres Gepäck erforderlich. Ich holte mir noch den Kontrollpunktstempel vom hiesigen Krankenhaus und machte mich auf den Weg nach Steinbach.

Schon nach wenigen Metern in südlicher Richtung erreicht man das Gasthof Forsthof, zu dessen linker Seite eine Markierung des Weitwanderweges angebracht ist. Hier folgt man aber nicht dem dortigen Weg sondern geht rechts am Gasthof vorbei – was ich fälschlicherweise nicht gemacht habe. Ich musste mich also durch ein Feld zurück zur Route kämpfen – gut, dass ich mein Garmin dabei hatte. Abgesehen von diesem Anfangsfehler war der Weg wie auch bereits bei der Route davor bestens markiert. An ein paar Stellen ist nicht ganz sicher, ob es gerade aus weiter geht, oder ob man doch abbiegt, die plausibelste Methode das festzustellen ist, sich die Markierung so anzusehen, als käme man von der anderen Richtung. So wie die Markierung am besten sichtbar ist, geht man dann weiter.

Durch kleinere Wälder und vorbei an großflächigen Feldern folgt man dem Weg entlang von Forststraßen und Treppelwegen. In der Ferne sind mehr schlecht als recht die ersten Ausläufer der Alpen erkennbar, deren Gipfelbereiche noch fest vom Winter beherrscht werden und bei diesen heißen Temperaturen beinahe mit dem hellen Himmel verschwimmen.
Die Landschaft ist herrlich und es wird einem bewusst wie reich dieses Land doch ist! Obstgärten, Weizenfelder, Hopfenplantagen und blühende Wiesen spornen mich an und so komme ich nach bereits anderthalb Stunden in Waldneukirchen, dem nächsten Kontrollpunkt an.
Da hier alle Gasthäuser geschlossen haben, hole ich den Stempel bei der Raiffeisenbank, die hier sogar freitags Nachmittag geöffnet hat.
Auch hier sind die Leute gleich erstaunt wie überall: „Aha, Weitwandern… Wohin gehen sie? Woher kommen sie? Wo übernachtet man da? Wie lange sind sie schon unterwegs?“

Ich verlasse Waldneukirchen in Richtung St. Nikolai. Die Berge der Kalkalpen kommen immer näher und nachdem St. Nikolai erreicht ist, führt der Weg geradewegs auf diese zu,  nämlich zum Ort Steinbach an der Steyr. Den Vorort Grünburg verlässt man über eine Perosnenbrücke, die über die Steyr führt nach Steinbach, einem Ort perfekt für Postkartenmotive!
Wieder geht es auf die Suche nach einem Kontrollpunktstempel. Auch hier gibt es wieder eine Bank und auch hier hat diese am Freitag offen und stempelt mir freundlicherweise meinen Weitwanderführer ab.

Gut drei Stunden sind seit dem Start vergangen, der Wanderführer schrieb drei dreiviertel Stunden. Daher ist noch etwas Zeit bis mein Bus zurück nach Sierning da ist. Ich schlendere daher noch etwas entlang des Flusses und besichtige die alten Lokomotiven der Steyrtal-Bahn, die heute nur mehr touristische Zwecke erfüllt.

Nächste Woche, so ist der Plan, geht es dann von hier aus weiter über die Grünburger Hütte nach Molln, oder vielleicht sogar gleich nach Frauenstein.

 

 

Linz – Sierning

Am 14.4.2013 begann für mich das Abenteuer Weitwandern. Ich habe mit der zweiten Etappe, die von Linz nach Sierning führt begonnen. Um 6.30 startete ich vom Linzer Hauptplatz. Vorbei an den Müllresten, dem Erbrochenen und einzelnen Betrunkenen der vergangenen Nacht die Landstraße entlang. Linz ist grundsätzlich eine schöne Stadt, ein Besuch ist eher erst ab etwa 10 Uhr empfehlenswert.

Der Weg führt weiter bis zum neu errichteten Musiktheater und weiter zur Wiener Straße, die beinahe endlos scheinend nach Süden führt. Nach etwas über einer Stunde gelangt man schließlich über die Traunbrücke nach Ebelsberg. Hier thront auf einem Hügel auf der linken Seite das Schloss Ebelsberg.

Im weiteren Straßenverlauf hält man sich links bis zum Friedhof, bei dem man scharf rechts einbiegt. Hier ist auch erstmals eine Markierung des Weitwanderweges ersichtlich. Nachdem man unter der Autobahnbrücke durch ist, verlässt man endlich die asphaltierte Straße und begibt sich die Treppen hinauf auf einen Feld- und Wiesenweg. Ab hier ist der Weg mit einer rot-weiß-roten Markierung an den diversen Verkehrsschildern exzellent markiert. Auf der gesamten Strecke gab es nur zwei Stellen, die einen kurzen Blick aufs Navi nötig machten.

Durch die Ortschaft Ölkam erreicht man nach etwas mehr als zwei Stunden das Gasthaus „Zur Hölle“ in St. Florian, bei dem man sich den ersten Kontrollpunkt-Stempel abholen kann. Direkt unterhalb des Gasthauses liegt das wunderschöne Stift St. Florian. Hier lohnt sich eine nähere Besichtigung!
Durch die Stadt geht es weiter in südlicher Richtung. Auch hier ist der Weg gut markiert, bis auf eine Ausnahme: Nach einer Brücke über den Bach steht, dass man dort nach rechts in Richtung Sportplatz gehen soll, wo es im weiteren Verlauf keine Markierung mehr gibt. Hier orientiert man sich am Besten an einem Bauernhof jenseits der Bundesstraße. Vor diesem steht ein großer Handymast. Ab diesem Bauernhof ist der Weg wieder gut markiert.

Immer weiter geht es über Feldwege und Forststraßen in Richtung Süden. Der Weg wechselt nun immer zwischen Straßen und Wegen hin und her.
Gegen Mittag komme ich zu einem Baumlehrpfad, der schließlich zu einem Mausoleum führt. Dort raste ich kurz um widme mich meiner ersten Blase, die ich mehr schlecht als recht mit einem Blasenpflaster erst-versorge.

Wenige hundert Meter weiter steht man vor dem Schloss Losensteinleiten, in dem sich mittlerweile ein Pflegeheim befindet. Man quert hier die Straße und kommt in den Ort, wo ich beim Gasthaus Bruckner zu Mittag einkehre. Zu Empfehlen ist der Bürgerteller. Eine riesige Portion Schnitzel mit Pommes und überbackenem Käse zu einem äußerst günstigem Preis!

Nach dieser dringend notwendigen Rast gebe ich mich auf den letzten Teil der Etappe. Zuerst entlang der Straße biegt man bei der Hubertuskapelle nach links ab und kommt geraume Zeit später endlich zu einem Schild, das darauf hinweist, dass man im Bezirk Sierning angekommen ist. Leider täuscht man sich aber, wenn man meint, dass es nun nicht mehr so weit sein kann. Erst nach einer weiteren Stunde – die Füße schmerzen mittlerweile extrem – erreicht man endlich die Ortstafel Sierning und eine halbe Stunde später ist der Pfarrplatz erreicht.

Nachdem ich den Stempel des Kontrollpunktes geholt habe, schleppe ich mich zum Busterminal, das mich nach Steyr bringt, von wo aus ich mit dem Zug wieder nach Linz fahre. Nach über neun Stunden und fast 40 Kilometern bin ich heilfroh, diese Etappe überstanden zu haben.

 

Weitwanderweg 9

Der Österreichische Weitwanderweg 9 führt vom Sternstein im Mühlviertel in Oberösterreich zum Totengebirge, weiter in die Steiermark zu den Nockbergen, bis zu den westlichen Karawanken in Kärnten.

Der Weitwandernweg 9 wird auch Salzsteig genannt und ist etwa 430 km lang. Sein Name rührt daher, dass der Weg zum Schmuggeln von Salz benutzt wurde, jedoch in die entgegengesetzte Richtung, also in Richtung Sternstein und dann noch weiter nach Krumau.

 

Etappe 1: Bad Leonfelden – Oberneukirchen
Etappe 2: Oberneurkichen – Linz
Etappe 3: Linz – Sierning
Etappe 4: Sierning – Steinbach an der Steyr
Etappe 5: Steinbach an der Steyr – Frauenstein
Etappe 6: Frauenstein – Hinterstoder
Etappe 7: Hinterstoder – Hochmölbinghütte
Etappe 8: Hochmölbinghütte – Aigen im Ennstal
Etappe 9: Aigen im Ennstal – Planneralm
Etappe 10: Planneralm – Donnersbachwald
Etappe 11: Donnersbachwald – Erzherzog Johann Hütte
Etappe 12: Erzherzog Johann Hütte – St. Peter am Kammersberg
Etappe 13: St. Peter am Kammersberg – Murau
Etappe 14: Murau – Murauer Hütte
Etappe 15: Murauer Hütte – Flattnitz
Etappe 16: Flattnitz – Turracher Höhe
Etappe 17: Turracher Höhe – Wiedweg
Etappe 18: Wiedweg – Arriach
Etappe 19: Arriach – Villach
Etappe 20: Villach – Arnoldstein

Wanderführer, Wandernadel und Urkunde