Steinbach a. d. Steyr – Frauenstein

Der 1. Mai ist ja für mich traditionell der Tag der Gewerkschaftsaufmärsche Motorradsegnung. Zumindest war er dies die letzten Jahre. Da mein Motorradkollege Roman aber arbeiten musste und ich nicht motiviert war alleine nach Gallneukirchen zu fahren, entschied ich mich kurzerhand um und setzte meine Weitwanderung fort. Tags zuvor war ich bereits am tüfteln, da ich vor einem mittelgroßen Problem stand. Mein letzter Kontrollpunkt war ja Steinbach an der Steyr, ein wirklich nettes Dörfchen mit einem großen Problem: ein Gemeindeamt, eine Bank und eine Bar und alles am 1. Mai geschlossen. Da man jedoch immer einen Stempel des letzten Ortes in seinem Weitwanderführer haben muss, muss ich hier auf die Gnade des Alpenvereins hoffen, der vielleicht meine Fotos und GPS Daten gnädigerweise auch als Beweis akzeptiert.

Ich startete also gegen halb sieben am Ortsplatz von Steinbach, wo bereits anlässlich der 1. Mai-Feiern diverse Schaumrollen- und Bierstandl aufgebaut wurden. Der Weg führt von Steinbach in südöstlicher Richtung, leicht ansteigend, aus dem Ort hinaus, wo man nach etwa einer halben Stunde endlich die Straße verlässt, um auf einer Wiese weiter zu marschieren. So wechseln Wiesen, Forststraße und asphaltierte Wege, bis man schließlich zum „Schneeherrgott“ kommt, einem schönen Fleckerl zum Verweilen. Halbrechts ging es weiter in den Wald zu einer Forststraße, der man laut Markierung nach links zum Kruckenbrettl folgen soll. Also ging ich dort… und ging… und ging… und nach etwa einer Viertel Stunde ohne jeglicher Markierung wurde ich doch etwas misstrauisch. Ein Blick aufs Navi zeigte auch, dass ich mich nicht zum Gipfel sondern östlich daran vorbei bewegte. „Muss ich wohl eine Markierung übersehen haben“, dachte ich mir und ging zurück zum letzten Wegweiser – keine Markierung. Nach kurzer Überlegung entschied ich mich dann dazu, einfach querfeldein dem Navi zum „Gipfel“, durch dicht verwurzelte Wälder zu folgen – ein äußerst anstrengendes Unterfangen, bei dem ich alle paar Schritte kurz verschnaufen musste. So quälte ich mich nach oben.

Am Kruckenbrettl waren bereits zwei Wanderer von denen einer nur meinte: „Von der Seitn is a nu kana aufa kema.“ Im Gespräch stellte sich heraus, dass die Forstarbeiter die Markierung des Weges wohl (versehentlich) entfernt/zerstört hatten – kein Wunder also, dass ich den Weg nicht fand.

Von hier aus ging es in südlicher Richtung weiter, leicht bergauf und bergab, auf Almwiesen, auf denen tausende Schlüsselblumen die Sonnenstrahlen genossen. Etwa eine Stunde ging es so dahin, bis ich endlich die Grünburgerhütte erreichte, bei der ich eine kurze Stärkung zu mir nahm und die nun warm strahlende Sonne genoss. Hier konnte ich von der Wirtin sogar zwei Batterien erstehen. Kurz nach dem Kruckenbrettl hatten die Batterien des Navis nämlich den Geist aufgegeben. Zur Wegfindung ist dies war eher selten notwendig, aber zum Aufzeichnen des Weges unerlässlich.

Weiter ging es den Weg hinab zum Dorngraben, ein steiniger und steiler Weg, der sich bald in den Knien bemerkbar machte. Kurz nach dem Parkplatz Dorngraben und einer kurzen Trinkpause, führte der Weg zuerst entlang der Bundesstraße in Richtung Molln, die man aber nach gut einer viertel Stunde in Richtung des Flusses Steyr verlässt. Hier bietet sich einem wieder einmal ein herrlicher Einblick in die wunderschöne österreichische Landschaft. Die türkisfarbene Steyr, wie sie sich durch die Klamm schlängelt – einfach traumhaft.

Der Steyr folgt man gut eine Stunde und kommt so schließlich nach Molln. Nach einer weiteren kurzen Rast machte ich mich auf zum letzten Teil der Etappe. Meist auf asphaltierten Straßen führt der nun extrem lang anmutende Weg vorbei an einzelnen Häusern und Bauernhöfen Richtung Süden, auf dem ich dann endlich nach etwas über 8 Stunden inklusive aller Umwege und Pausen das Ziel – Frauenstein – erreiche. Ein kleiner Hügel hinauf zur Kirche ist noch zu bewältigen und dann ist es auch schon geschafft.

Mit dem Postbus geht es zurück nach Molln und nach einem kurzen Aufenthalt weiter nach Steinbach.

Eine letzte Etappe liegt noch vor mir – bis nach Hinterstoder – bis es tatsächlich daran geht, die Alpen zu überqueren.

 

 

Achtung! „Falscher“ Weg zum Kruckenbrettl und GPS Ausfall zwischen Kruckenbrettl und Grünburgerhütte.

 

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