Schafberg (1782m) über Unterach

Die Urlaubswoche neigt sich dem Ende zu und das Wetter ist besser als erwartet. Also noch schnell rauf auf einen Berg!
Der Wecker war zwar gestellt, aber auch ohne bin ich um kurz vor fünf Uhr aufgewacht. Nach dem Frühstück ging es nach Unterach am Attersee von wo aus ich den Schafberg in Angriff nahm, genauer gesagt vom Parkplatz des Romance Nachtclub in Unterach…

Durch den Regen des Vortags war der lehmige Waldboden noch durchnässt aber überraschend gut begehbar und so ging es in Serpentinen stätig bergauf. Die Salzkammergut-Seen um mich herum erwachten langsam zum leben und die Sonne spiegelte sich in ihnen. Nach gut anderthalb Stunden war die erste Zwischenetappe, die Eisenaueralm erreicht, von der aus der Schafberg seine volle Pracht zeigte. Nach einer kurzen Ebene ging es wieder weiter durch den Wald, bis die Baumgrenze schlussendlich erreicht war und die steinigen Passagen begannen. Dieses letzte Stück (rund 30 Minuten Gehzeit) führt an der teils abschüssigen Bergflanke nach oben, die letzten Meter sogar mit Seilsicherungen, da es durch den feuchten Stein sehr rutschig ist.

Zu meinem Glück war noch keine Reisegruppe mit der Schafbergbahn von der Südseite aus angekommen und so konnte ich die schöne Aussicht halbwegs in Ruhe genießen.
Nach einer kurzen Stärkung trat ich den Rückweg an und war nach insgesamt sechs Stunden wieder am Parkplatz.

 

Dolomitensteig

Gegen sieben Uhr starte ich beim Gasthaus Baumschlagerreith am Ende des Stodertals zur Wanderung am Dolomitensteig. Es ist ein wunderbarer heißer Tag. So brauche ich nicht viel Ausrüstung, einzig etwas zu Essen und genügend Wasser nehme ich mit auf die Berge.

Der Weg führt anfangs flach eine Forststraße entlang, bis der Weg nach einer viertel Stunde in den Wald hinein abweicht. Von hier aus geht es äußerst steil in Serpentinen aufwärts. Der Großteil des Weges liegt glücklicherweise im Schatten, so ist der Aufstieg nicht so anstrengend.
Kurze Zeit später ist der erste Aussichtspunkt erreicht, der einen herrlichen Blick auf das Tote Gebirge eröffnet.
Nun wird der Weg schwieriger und die Warnungen auf den Wegschildern zeigen ihre Berechtigung. Ständig verläuft der Weg entlang der steilen Wände, immer wieder mit Stahlseilen gesichert. An einer ungesicherten Stelle dürfte ein Teil des Hangs abgebrochen sein und nach ein paar tiefen Atemzügen springe ich über einen kleinen Abrund auf die andere rettende Seite.
Nach weiteren gesicherten und steilen Stellen bin ich froh, als ich eine Gumpenkaskade erreiche, deren frisches, kaltes Quellwasser zu einer kurzen Rast einladen.

Nach der Rast führt der Weg steil und gesichert noch etwa einer viertel bis halbe Stunde weiter, ehe ich endlich wieder einen Waldweg erreiche – das Schwierigste ist geschafft!
Kurz darauf führt der Weg aus dem Wald zu einer Geröllhalde, der ich ins Tal folge.
Etwa zehn Minuten bevor ich zurück zum Gasthaus komme, zweigt ein Weg zum (wenig spektakulären) Steyr-Ursprung, dem ich noch einen Besuch abstatte, ehe ich mir zurück beim Baumschlagerreith eine Erfrischung gönne und mich zurück auf den Heimweg mache.

 

 

Hochmölbinghütte – Aigen im Ennstal

Nach den Regentagen und den kalten Temperaturen der vergangenen Wochen war ich eigentlich fest der Annahme, dass so ziemlich alles über 2000 Höhenmetern noch tief verschneit ist. So war mein Plan für diesen Tag einfach nach Aigen im Ennstal weiterzuwandern. Beim Frühstück setzte sich Irmgard zu mir, die auch auf der Hütte genächtigt hatte. Beim Gespräch mit dem Hüttenwirt stellte sich heraus, dass der Hochmölbing aber wohl problemlos erreichbar sein müsste und so schloss ich mich Irmgard und ihrer Hündin Amica an.

Der Weg war traumhaft. Die Temperatur war sehr angenehm, denn trotz der frühen Stunde hatte es auf rund 2000 Meter wohl um die 15 Grad. Nur vereinzelt passierten wir auf unserem Weg das eine oder andere Schneefeld – nicht weiter tragisch. Nach einer Stunden waren wir auf dem Klein-Mölbing und eine weitere halbe Stunde später auf dem Mittel-Mölbing.

Nun war auch schon das Gipfelkreuz des Hochmölbing nicht mehr weit und als wir näher kamen, trauten wir unseren Augen kaum. Eine Gämse stand unmittelbar neben dem Kreuz, bewachte dieses und gab abwehrende Laute von sich! Erst als wir knapp 50 Meter vom Kreuz entfernt waren, nahm sie Reißaus und gab uns den Weg frei. Der Gipfel und mein erster 2000er dieses Jahr (2336 Meter) waren erreicht! Nach einer kleinen Jause (danke Irmgard) machten wir uns auf den Rückweg und erreichten gegen 11 Uhr erneut die Hütte.

Nach einer erneuten Stärkung verabschiedete ich mich und setzte meinen Weg fort, weiter in Richtung Aigen im Ennstal.

Kurz nach der Schneehitzalm erreichte ich eine sehr schlecht markierte stelle, fand aber offenbar die richtige Markierung und erreichte so die Bärenfeuchtenalm, von der aus ich den rechten der beiden nun möglichen Wege zur Stoiringalm wählte, auf der sich dutzende Kühe breit machten.

Der Weg führte nun immer öfter durch dichtere Wälder, was aufgrund der extreme Hitze zumindest eine gewisse Erleichterung war, bis ich schließlich den Spechtensee und die dazugehörige Hütte erreichte, bei der ich einkehrte.
Frisch gestärkt ging ich an das letzte Stück der Reise. Rauf auf den Sinir, hinunter nach Stainach und entlang der Enns nach Aigen. Ständig verfolgt von blutsaugenden, hungrigen und aggressiven Gelsen, von denen sich dutzende an meinem Blut labten und von denen ich doppelt so viele erschlug! So kam ich nach über 12 Stunden endlich in Aigen an, wo ich mich dazu entschied, die Wanderung vorzeitig abzubrechen und ein andermal fortzusetzen.