Hochmölbinghütte – Aigen im Ennstal

Nach den Regentagen und den kalten Temperaturen der vergangenen Wochen war ich eigentlich fest der Annahme, dass so ziemlich alles über 2000 Höhenmetern noch tief verschneit ist. So war mein Plan für diesen Tag einfach nach Aigen im Ennstal weiterzuwandern. Beim Frühstück setzte sich Irmgard zu mir, die auch auf der Hütte genächtigt hatte. Beim Gespräch mit dem Hüttenwirt stellte sich heraus, dass der Hochmölbing aber wohl problemlos erreichbar sein müsste und so schloss ich mich Irmgard und ihrer Hündin Amica an.

Der Weg war traumhaft. Die Temperatur war sehr angenehm, denn trotz der frühen Stunde hatte es auf rund 2000 Meter wohl um die 15 Grad. Nur vereinzelt passierten wir auf unserem Weg das eine oder andere Schneefeld – nicht weiter tragisch. Nach einer Stunden waren wir auf dem Klein-Mölbing und eine weitere halbe Stunde später auf dem Mittel-Mölbing.

Nun war auch schon das Gipfelkreuz des Hochmölbing nicht mehr weit und als wir näher kamen, trauten wir unseren Augen kaum. Eine Gämse stand unmittelbar neben dem Kreuz, bewachte dieses und gab abwehrende Laute von sich! Erst als wir knapp 50 Meter vom Kreuz entfernt waren, nahm sie Reißaus und gab uns den Weg frei. Der Gipfel und mein erster 2000er dieses Jahr (2336 Meter) waren erreicht! Nach einer kleinen Jause (danke Irmgard) machten wir uns auf den Rückweg und erreichten gegen 11 Uhr erneut die Hütte.

Nach einer erneuten Stärkung verabschiedete ich mich und setzte meinen Weg fort, weiter in Richtung Aigen im Ennstal.

Kurz nach der Schneehitzalm erreichte ich eine sehr schlecht markierte stelle, fand aber offenbar die richtige Markierung und erreichte so die Bärenfeuchtenalm, von der aus ich den rechten der beiden nun möglichen Wege zur Stoiringalm wählte, auf der sich dutzende Kühe breit machten.

Der Weg führte nun immer öfter durch dichtere Wälder, was aufgrund der extreme Hitze zumindest eine gewisse Erleichterung war, bis ich schließlich den Spechtensee und die dazugehörige Hütte erreichte, bei der ich einkehrte.
Frisch gestärkt ging ich an das letzte Stück der Reise. Rauf auf den Sinir, hinunter nach Stainach und entlang der Enns nach Aigen. Ständig verfolgt von blutsaugenden, hungrigen und aggressiven Gelsen, von denen sich dutzende an meinem Blut labten und von denen ich doppelt so viele erschlug! So kam ich nach über 12 Stunden endlich in Aigen an, wo ich mich dazu entschied, die Wanderung vorzeitig abzubrechen und ein andermal fortzusetzen.

 

 

Ein Gedanke zu „Hochmölbinghütte – Aigen im Ennstal

  1. Super gemacht! Die Möglichkeit den Dachstein mit der Kamera so einzufagen gelingt nicht jedem so gut und ist sicher sehr selten möglich. Mach so weiter!!

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