Planneralm – Donnersbachwald

Der zweite Tag der Tour startete mit herrlichem Bergwetter. Bereits um kurz nach sechs Uhr kitzelt die Sonne die Planneralm. Nach einem ausgiebigen Frühstück starte ich in westliche Richtung hinauf zur Karlspitze. Durch die Latschenfelder bin ich gut windgeschützt und die Sonne tut ihr Übriges für einen angenehmen Aufstieg. Auf dem Kamm, der Goldbachscharte angekommen, frischt der Wind dann doch auf und ich beeile mich zur Karlspitze, die ich nach etwas mehr als einer Stunde erreiche. Auch hier erwartet mich ein herrliches Panorama.
Kurz nach der Karlspitze führt der Weg talwärts. Ich komme an einigen Zirben vorbei, die jedoch noch keine Zapfen tragen – die Schnapsproduktion muss also noch etwas warten. Eine halbe Stunde später ist die Michelirlingalm erreicht, von der aus ein Forstweg weiter ins Tal führt. Diesem folgt man, die Serpentinen ab und an abkürzend eine weitere Stunde, vorbei an der Plotscheralm, ehe der Weg abrupt nach rechts in den Wald hinein führt.
Hier ist Vorsicht geboten! Eine Weile lang ist dieser Weg halbwegs gut markiert, bis diese Markierung plötzlich vor einem Stacheldrahtzaun endet – von weiteren Markierungen weit und breit keine Spur. Man muss nun den Stacheldrahtzaun überqueren und dem „Weg“ etwa eine weitere viertel Stunde folgen, ehe man endlich wieder eine rot-weiß-rot Markierung an einem Baum findet.
Der Weg wird nun wieder gangbarer, wird wieder zu einer Forststraße und führt weiter ins Tal zur Bundesstraße, der ich in südlicher Richtung nach Donnersbachwald folge. Kurz nach der Ortstafel finde ich die Beschilderung zur Mörsbachhütte, zu der ich aber erst bei der nächsten Tour aufbreche.

So genieße ich das gute Essen im hiesigen Wirtshaus, besichtige noch die Kirche und warte anschließend im Schatten eines Baums auf den Postbus, der mich zurück zum Auto beim Bahnhof in Stainach bringt.

 

Aigen im Ennstal – Planneralm

Die nächste zweitägige Tour beginnt in Aigen im Ennstal, wohin ich mit dem Postbus fahre. Das Auto steht der weilen am Pendlerparkplatz beim Bahnhof Stainach, da die Rückfahrt dorthin unkomplizierter ist, als nach Aigen.

Der Weg führt vom Ortsplatz weg in Richtung Süden den Fluss Gulling entlang, auf einer asphaltierten Straße, die bald in eine Schotterstraße mündet. Es ist eisig kalt. Die Wolkendecke ist fest geschlossen und entlang der reißenden Gulling weht ein kalter Wind. So mühe ich mich bis zum Schottersteinbruch, wo bereits fleißig gearbeitet wird.
Immer wieder wechselt man die Flussseite, an der man der Gulling und in der Folge dem Mittereggbach bergauf folgt. Man wandert vorbei an mehreren Lehen, die teils un- und bewohnt wirken.
Nach etwas mehr als anderthalb Stunden bricht nun langsam endlich die Wolkendecke auf und ich kann meine erste Pause in den warmen Sonnenstrahlen genießen.

Der Schotterweg ist inzwischen zu einer Forststraße geworden, an der vereinzelte Hütten liegen. Das Plannerknot ist in der Zwischenzeit schon gut erkennbar, als ich an der Schnabelhütte auf der Ranzenkaralm ankomme, wo ich freundlich empfangen werde und ich mir eine kühle Erfrischung gönne. Nun ist es nicht mehr weit. Vorbei an der Bauernhütte geht es die Alm hinauf, wo sich mir erstmals die Frage nach dem richtigen Umgang mit Kühen stellt.
Während ich nämlich den steilen Weg berauf gehe, komme ich bei einer Herde von etwa zwei Dutzend Kühen vorbei. An sich nichts Ungewöhnliches, ungewöhnlich wird es aber, als eine der Kühe plötzlich wie wild anfängt zu muhen, worauf sämtliche (!) Kühe sich gemächlich aber bestimmt auf mich zu bewegen! Dank deren beachtlicher Schrittlänge, erreichen mich einige dieser sogar relativ rasch (eine schleckte mich sogar ab – wer kann es ihr verübeln) und ich konnte mich nur mit einer beherzten Kletterei auf einen größeren Fels „in Sicherheit“ bringen und mich absetzen. Natürlich glaube ich nicht, dass ich in Gefahr war, aber wenn man bedenkt, dass eine Kuh 600 Kilo wiegt, kann auch ein netter Schupser unglücklich enden.

Eine halbe Stunde später stand ich am Plannerknot. Hier bietet sich einem erstmals ein Einblick in die prachtvolle Bergwelt der Steiermark, die Wölzer und Schladminger Tauern. Erstmals bin ich rundum von Bergen umgeben, kein Flachland ist mehr sichtbar.
Da noch ausreichend Zeit ist, beschließe ich, den Hochrettelstein zu besteigen, der sich zu meiner Linken auftürmt und mit 2200 Metern auch eine beachtliche Höhe aufweist.
Von diesem zurück mache ich mich auf den Weg hinab auf die Planneralm, die, obwohl ein Skigebiet, einen schönen Eindruck macht.
Im Jugendgästehaus der Ewis-Hütte übernächtige ich (die Plannerhütte des Alpenvereins wurde geschlossen) und freue mich schon auf den folgenden Tag.