Villach – Arnoldstein

Alles Gute hat auch ein Ende. Ich stehe vor der letzten Etappe des Salzsteigweges. Das Wetter spielt leider nicht mit. Seit der Nacht regnet es in Strömen und gleich vorweg – mein Poncho war etwa 30 Minuten wasserdicht…

Meine Herberge, das Gasthaus Kramer, liegt direkt an der Marxsgasse und so folge ich dieser in westlicher Richtung, quere die Hauptstraße und die Schienen über die kleine Brücke und gehe die Marxgasse auf der anderen Seite weiter bis zum Marxrain. Diesem folge ich – wieder sind die Wege gut markiert – mehrere Kilometer. Er führt nach Warmbad (ein Stadtteil? Villachs), wo der Gehweg endet und ich den Weg nach Arnoldstein am so genannten Römerweg fortsetze.

Kurz nach dem Ortsteil Oberfederau komme ich zur Südautobahn unter derer sich der Weg teilt, der alte Weitwanderweg führte zum Wurzenpasse (links) von wo aus man Anschluss zum Weitwanderweg 3, dem Südalpenweg findet, der neue Weg (rechts) führt nach Arnoldstein. Da am Wurzenpass keine Zugverbindung besteht, gehts nach Arnoldstein.
Ich folge also ab der Autobahn der Grail in westlicher Richtung, komme nach mehreren Kilometern an eine Brücke, über die ich die Grail überschreite und nach Erlendorf komme. Hier soll ich eigentlich einen Kontrollpunktstempel bekommen, das Problem ist nur, in Erlendorf gibts nichts… garnichts… Auch die Hoffnung am Bahnhof Mitarbeiter zu finden erfüllt sich nicht und ich setze meinen Weg einfach fort. Im Nächsten Ort (Neuhaus) finde ich eine Gaststätte und hole mir dort einen Stempel.

Nun geht es weiter, teilweise entlang der Schienen bis nach Pöckau und dann dort ständig den Schienen folgend nach Arnoldstein, dass ich gegen Mittag erreiche. Auf dem Gemeineamt holte ich mir den letzten Stempel, kaufe mir eine Jause und warte auf den Zug, der mich wieder nach Hause bringt.

Eine schöne Reise ist zu Ende gegangen.

 

Arriach – Villach

Ein letztes mal wurde ein herrlicher Badetag angekündigt, bevor eine Kaltfront durchziehen soll. So beschließe ich wiederum früh aufzubrechen zu einer zeitlich intensiven aber sonst eher harmlosen Tour. Es geht von Arriach nach Villach. Dazwischen liegt ein ungefähr 16-hundert Meter hoher Berg und circa 25 Kilometer Weg.

Ich starte also um sechs Uhr, verlasse den Ort Arriach, biege im Tal bei der Bundesstraße rechts ab und verlasse sie wieder nach ein paar hundert Metern nach links. Nun geht es eine Asphaltierte Straße in mehreren Serpentinen den Berg hinauf. Erst nach ein paar Kilometern verlasse ich die Straße und folge einem Waldweg weiter. Ich erreiche die Hinterbuchholzerhütte, wo ich mangels Alternativen über einen Zaun klettere um auf der anderen Seite den Weg fortzusetzen. Kurz darauf erreiche ich die Steinplatte, die 1655 Meter hoch gelegene Kote des Berges.
Dies ist auch das Weidegebiet von einigen Kühen, die, als sie mich sehen, allesamt aufstehen und sich in meine Richtung bewegen und zwar mit einem ordentlichen Tempo. Mir fällt leider nichts besseres ein als meine Wanderstöcke in die Höhe zu reißen und laut „Halt!“ zu schreien, was zumindest die Wirkung hat, dass die Kühe rund einen Meter vor mir tatsächlich halten und mich nicht überrennen.
Nach einem kurzen Moment des gegenseitigen Begutachtens versuche ich die Kühe in einem Bogen zu umgehen und mich abzusetzen, was leider nicht funktioniert! Die Kühe folgen mir! Selbst durch den Wald kann ich mich nicht absetzen, erst als ich zu einer Viehsperre komme ist Schluss mit der Verfolgung und ich setze meinen Weg ohne vierbeinige Begleitung fort zur Steinwenderhütte, wo bereits nach nächste animalische Highlight auf mich wartet – Rocco.

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Der Papagei, der dort im Käfig gehalten wird, ist etwas mehr als 10 Jahre alt und bestens gelaunt. „Hallo. Haaaallooo. Hallo! Hallo!“ gibt er aus dem Käfig zum Besten und auch „Du Depp du“ hat er für mich auf Lager. Wenn ich aber zum Käfig gehe und mit ihm zu reden beginne, sagt er nichts mehr – der Schisser!  :mrgreen:

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Nachdem Rocco so frech ist und ich meine Pause beendet habe gehts den Berg weiter hinab. Wenig später bin ich in Treffen am Ossiachersee angekommen und überquere, nachdem ich mir den Kontrollstempel geholt habe, die Bundesstraße zum Schloss Treffen, wo der Weg weiter führt. Über den Oswaldiberg geht es nun noch ehe ich zur Bundesstraße nach Villach und die daneben verlaufende Bahntrasse komme, die ich durch die Unterführung quere. Nun führt der Weg ein paar Kilometer entlang der Drau bis nach Villach. Über die Steinwenderbrücke erreiche ich das Ortszentrum wo ich mich erst etwas umsehen und dann mein Quartier beim Gasthaus Kramer beziehe.
Der vorletzte Abschnitt ist geschafft…

 

Wiedweg – Arriach

Der letzte große Berg, der Wöllaner Nock steht auf dem heutigen Programm. Kurz nach sieben Uhr starte ich meine Wanderung oberhalb vom Wiedwegerhof in westlicher Richtung. Neben einem im Wald angelegten Golfplatz führt der Weg in Serpentinen den Berg hinauf. Bald erreiche ich die Baumgrenze, der Weg führt nun über Almböden weiter. Kurz nach einer Strohhütte (?) sehe ich zu meiner Rechten einen Zaun mit einer rot-weiß-roten Markierung, der ich sogleich folge.
Als ich kurz später einen Blick aufs GPS werfe sehe ich, dass ich offenbar nicht auf dem „echten“ Salzsteigweg unterwegs bin. Dieser dürfte da, wo ich rechts abgebogen bin, gerade aus weiter ins Tal zu Davidhütte verlaufen sein.

Ich überlege kurz ob ich umdrehen soll, entscheide mich aber dagegen, da ich auf meinem Weg auch am Kaiserburg vorbei komme und so praktisch noch einen Gipfel an diesem Tag erreichen kann. Nebenbei habe ich auf meiner gewählten Route eine weitaus schönere Aussicht auf die umliegende Berglandschaft.

Nach einer gefühlten Stunde erreiche ich die Ebene vor dem Kaiserburg. Hier ist ein künstlicher See angelegt und in der Ferne sehe ich neben dem Gipfelkreuz auch die Seilbahn-Bergstation die kontinuierlich Touristen ausspuckt. Ich gehe also zum Kreuz, schieße ein Foto und mache mich auf zum circa zehn Minuten entfernten Wöllaner Nock. Von diesem habe ich eine herrliche Aussicht auf die Karawanken, die Karnischen Alpen und die Julischen Alpen!
Ich lasse die Aussicht auf mich wirken, ehe ich zur Waldnerhütte absteige, welche jedoch geschlossen ist. So bleibt mir nicht aus weiter zu Geigerhütte abzusteigen. Dazu wähle ich nicht die Schotterstraße, sondern einen Pfad, der ein schöneres Wandererlebnis verspricht als die Straße.

Auch hier sind die Markierungen wieder top angebracht und ich erreiche nach einer halben Stunde die Geigerhütte und kehre auf eine Mahlzeit ein.
Auf der Schotterstraße geht es nun erst noch bergauf, ehe ich zu einem Parkplatz komme, von wo es wieder bergab geht. Nach ein paar Serpentinen und ein paar Abkürzungen durch den Wald treffe ich auch zwei Weitwanderer aus Deutschland, die auf dem Alpe-Adria-Weg unterwegs sind. So verbringen wir die letzen Kilometer des Weges nach Arriach gemeinsam und unterhalten uns über die jeweiligen Erlebnisse der letzten Tage, vor Allem über die Schwierigkeit spontan einen Unterkunft zu finden.

Durch die angenehme Unterhaltung vergeht der Abstieg wie im Flug und ehe ich mich versehe sind wir in Arriach angekommen. Ich verabschiede mich und suche meine Unterkunft, die Pension Unterköfler auf, bei der ich nächtige.