Murauerhütte – Flattnitz

5:30 Uhr, der Wecker läutet. Nach einer Katzenwäsche und einem schnellen Frühstück, breche ich von der Murauerhütte auf, zur längsten Etappe dieses Weitwanderweges (zumindest laut Reiseführer).
Es ist ziemlich kalt draußen, aber ich komme in den Genuss eines Ausblicks, den man eben nur auf den Bergen haben kann. Unter mir liegt Murau, welches fest von einer dicken Wolkendecke eingehüllt ist. Die bereits darauf scheinende Sonne färbt diese Decke in ein stimmungsvolles Gelb.

Auf geht’s also. Vorerst führt der Weg den Berg hinauf. Die Markierungen sind gut sichtbar und alle paar Meter angebracht.
Anfangs noch entlang der Piste verläuft der Pfad kurz später in leicht westlicher Richtung, vorbei an der Käsereihütte und an einem eingezäunten Aufforstungsgebiet, in dem Zirbenbäume heranwachsen. Weiter geht es eben dahin und ich passiere nacheinander die Troghütte und kurz darauf die Turnhoferhütte. Da der Weg hier auch durch hohes Gras führt und meine Trekkingschuhe leider nicht wasserdicht sind, habe ich leider schon bald nasse Füße, was mich aber natürlich nicht aufhält.
Es geht nun wieder etwas steiler bergauf zur Ackerlhöhe, wo der Höhenweg beginnt. Bereits kurz vorher steigt mir ein seltsamer Geruch in die Nase. Auf der Ackerlhöhe angekommen merke ich, woher dieser kommt. Die gesamte Hochebene ist nämlich – Entschuldigung für den Ausdruck – vollgeschissen. Hirsche und Gämsen habe hier deutlich ihre Spuren hinterlassen und man muss tatsächlich aufpassen, wohin man steigt, so viele Exkremente liegen hier herum.

Der Weg selbst verläuft nun gemütlich. Auf einem Höhenweg zu gehen ist schon etwas eigenes! Man ist hoch oben, kann die Landschaft genießen – ein Erlebnis, dass ich als Oberösterreicher bei unseren Bergen so nicht kenne.

Während sich die Wolkendecke nach und nach leider immer mehr schließt erreiche ich nacheinander die Schwarmbrunnhöhe, das Teringerloch und die Prankerhöhe, den für heute höchsten Berg. Hier könnte man den Höhenweg in nördlicher Richtung fortsetzen und bis zum Kreischberg gelangen, von wo aus man mit der Bahn zurück nach Murau gelangen könnte – muss ich mal machen…
Mein Weg führt aber weiter nach Westen. Unangenehmer Weise befinden sich kurz nach der Prankerhöhe keine Markierungen und so orientiere ich mich anhand des GPS. Bis ich nach etwa einer viertel Stunde wieder Rot-Weiß-Rot an einem Baum entdecke.
Über die Senger- und die Tiefböden geht es nun leicht bergab, entlang eines Weidezaunes und diesen, an dessen Ende überquerend, zu einer Forststraße.
Nun führen immer wieder Abkürzungen durch den Wald, die bereits mit einem Zusatzhinweis zum Kärntner Grenzweg markiert sind.
Als ich nach längerer Zeit, bereits im Tal angekommen, die Stegerhütte erreiche zeigt sich auch immer öfter wieder die Sonne und ich folge motiviert der Straße, die bald in einen Wiesenweg mündet und im weiteren Verlauf zur Landesstraße führt. Dieser folge ich nun nach Flattnitz und ich erreiche diese Ort und mein Unterkunft (Kärntner Stubn) nach etwas mehr als neun Stunden, inklusive Pausen. Somit hat sich dieser Weg als weniger anstrengend herausgestellt, als anfangs befürchtet.

 

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