Kleiner Priel (2136 m)

Viele warme, schöne Tage wird es diesen Herbst möglicherweise nicht mehr geben. Das schöne Wochenende hat sich daher angeboten noch eine Bergtour zu unternehmen. Anfangs die Kremsmauer im Visier, hat sich diese Idee zu Gunsten des Kleinen Priel geändert, zu dem mich Christian überzeugt hat. Unsere illustre Runde komplettierten Edith und Thomas.

Um kurz nach sechs Uhr morgens fuhren wir mit dem Auto nach Hinterstoder, wo wir um kurz nach sieben Uhr auf dem Weg 269 den Aufstieg zum Kleinen Priel begannen. So früh am Morgen war es noch relativ kalt, aber nach ein paar hundert Metern wurde uns rasch recht warm und auch die Sonne blinzelte immer öfter wärmend durch die Bäume hindurch.
Bereits nach kurzer Zeit bot sich uns beim Aufstieg zurückblickend ein herrliches Panorama vom Warscheneck bis zum Hirscheck, das noch beeindruckender wirkte, da Hinterstoder von einem dichten Nebelmeer verdeckt war.

Der Weg selbst war mühsam. Durch das feuchte Wetter war der Boden durchnässt und sehr rutschig, die schwache Herbstsonne konnte den Boden kaum noch trocknen. So mühten wir uns den sehr steilen Hang nach oben.

Nach rund zwei Stunden erreichten wir schließlich einen Sattel, von dem aus wir endlich einen Blick auf unser Ziel, den Kleinen Priel, werfen konnten und von dem aus wir in einer leichten Linkskurve diesem zusteuerten.
Hier war auch endlich der Blick auf die westlich gelegenen Berge des Toten Gebirges frei. Beeindruckend bauten sich Teufelsmauer, Kirtagmauer, Großer Preil und Spitzmauer zu unserer Linken auf.
Der Untergrund wurde nun felsiger. Wir hatten die Baumgrenze erreicht und der Waldboden wich felsigem Geröll. Nun kamen wir auch an die Schlüsselstelle der Priel-Tour. Ein mehrere hundert Meter langer Grat-Bereich, an dem zwei leicht ausgesetzte Stellen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern. Als diese hinter uns lag setzten wir zum Endspurt über ein steiles Geröllfeld an, über das wir schlussendlich nach drei Stunden reiner Gehzeit endlich die Belohnung des mühsamen Aufstiegs erreichten – den Gipfel des Kleinen Priel.
Die Aussicht war herrlich! Beinahe wolkenfreie Sicht auf das gesamte Tote Gebirge, sowie auf Kremsmauer, Kasberg, bis hin zum Traunstein, Feuerkogel und Schafberg auf der einen und Sengsengebirge und Haller Mauern auf der anderen Seite war der Lohn.

Nachdem wir ausgiebig fotografierten, traten wir den Rückweg an, bei dem wir aufgrund des rutschigen Bodens beinahe gleichlang wie für den Aufstieg brauchten, und erreichten schließlich ermattet aber glücklich den Parkplatz Hinterstoder.

 

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