Johannesweg Etappe 2: Stiftung – Weitersfelden

Die zweite Etappe des Johanneswegs beginnen wir in der Ortschaft Stiftung.

Wer den Johannesweg ein einem Stück durchgehen möchte, wird aller Voraussicht nach sein Nachtquartier in St. Leonhard bei Freistadt aufgeschlagen haben.

In nördlicher Richtung startend, links am Traffohaus vorbei nähert man sich über eine Anhöhe dem Herzogreither Berg, auf dessem Gipfel ein großer Felsblock ruht. Diesen kann man, gesichert durch Stufen und Stahlseile, erklimmen. Auf diesem erwartet einen ein Gipfelkreuz mit dazugehörigem Gipfelbuch und eine tolle Aussicht ins nördliche Mühlviertel, hinauf bis an die tschechische Grenze.

Nach einer ersten Rast folgen wir dem Weg gen Osten und passieren kurz später St. Leonhard bei Freistadt und kommen so zur Bründlkapelle und dem Augenbründl, dem heilende Kräfte nachgesagt werden.

Lange verweilen wir nicht. Kurze Zeit später ist der Haiderberg, der mit 907 m der höchste „Berg“ der Reise ist, erreicht und geraume Zeit später die Ortschaft Langfirling.

Hier verläuft der Weg leider etwas länger auf der Bundesstraße, bis er endlich wieder ins Grüne führt. Vorbei am Galgenbühel sehen wir kurz später in der Ferne schon die Ortschaft Weitersfelden, das Ziel dieser Etappe.

Ein letzter Ort bietet sich zum Verweilen an, die Zwischenstromwiese, wo weiße und schwarze Aist in einander münden und zur Waldaist werden.

Nur kurz später ist Weitersfelden erreicht, der vorläufige Endpunkt der Reise.

 

Johannesweg Etappe 1: Pierbach – Stiftung

Der Johannesweg dürfte sich (zumindest derzeit) enormer Beliebtheit erfreuen. Davon zeugt nicht nur die Auskunft einer Ortsansässigen („gestern woan so vü Leit, i hob bei hundatfufzg zum Zön aufgheat“), sondern auch der große Parkplatz in Pierbach, dem offiziellem Startort des Johannesweges, der fast bis auf den letzten Platz belegt ist. Aus diesem Grund ist eine Vorreservierung bei Übernachtungswunsch unbedingt empfehlenswert!

Beim Eingangsbereich des Parkplatzes findet sich dann auch schon ein Wegweiser zum Startpunkt des Johannesweges, der uns zuerst an der Pfarrkirche vorbei in westlicher Richtung entlang der Bundesstraße führt, die wir nach wenigen Metern überqueren und gen Norden auf einen Feldweg abbiegend verlassen.

Bereits nach wenigen hundert Metern fällt auf, was sich im Laufe des Weges bestätigt: Der Johannesweg ist vorbildlich beschriftet, sich  zu verlaufen ist quasi unmöglich und sollte dieser unmögliche Fall doch eintreten, ist der nächste zivilisatorische Auskunftsort in Form eines Bauernhofes oder eines Wohnhauses fast immer in Sichtweite.

Nach gut drei Kilometern erreichen wir die „Kleine Naarn“, die sich geschmeidig in die herrlich schöne Landschaft einbettet und der wir die nächsten paar Kilometern folgen, bis wir den Ort Schönau im Mühlkreis erreichen.

Die Stadtpfarrkirche in Schönau im Mühlkreis ist dem heiligen Jakobus, dem Schutzpatron der Pilger (wie passend) gewidmet, der Namensgeber des Jakobsweges ist.

Ab hier verläuft unser Weg teilweise gleich mit dem Burgen- und Schösserweg bis zur Ruine Prandegg, die wir, nachdem wir den „Herrgottsitz“ passiert haben, erreichen. Die Ruine lädt zum Erkunden ein und bietet an manchen Stellen eine schöne Aussicht auf die umliegende Gegend.

Weiter führt der Weg noch einmal ansteigend zum Dorf Stiftung, dem Ende unseres ersten Tags, da wir hier ein zweites Auto geparkt haben. Wer den Weg weiter gehen will, muss noch zumindest bis St. Leonhard bei Freistadt (6 km) weiterwandern, wo sich die nächsten Übernachtungsmöglichkeiten befinden.

St. Florian – Steyr

Um sechs Uhr morgens starte ich die zweite Etappe des Oberösterreichischen Weitwanderweges 6 vor den Toren des Stift St. Florian. Bei dichtem Nebel und ohne Sonne geht es die Straße hin, immer dem Straßenverlauf folgend, bis zu einer kleine Bachbrücke. Hier befindet sich zwar eine Weitwanderweg-Markierung, diese deutet jedoch fälschlicherweise nach rechts, es geht aber geradeaus weiter zum Kreisverkehr, der überquert wird.
Abgesehen von dieser Irreleitung ist der gesamte Streckenverlauf bestens markiert und gekennzeichnet. Es dürfte also kaum möglich sein sich zu verlaufen.

Nach dem Kreisverkehr zweigt der Wegs rechts ab und gleich wieder links – so verlassen wir auch die Asphaltstraße und bewegen uns fortan auf Schotter- bzw. Wiesenwegen.

Beinahe der gesamte Weg verläuft stets durch oder neben Anbauflächen, die entweder noch Früchte tragen, oder für die nächste Aussaat vorbereitet werden.

Bei etwa der Hälfte der Strecke erreichen wir eine Abzweigung bei einem Marterl in Richtung Maria Laah. Wer möchte kann hier geradeaus weiter gehen und dann rechts in den Naturlehrpfad einbiegen, oder nach rechts nach Maria Laah abweichen um den Heilbrunnen (Augenleiden) und die Kirche zu besuchen. Dieser Abstecher nimmt rund eine viertel Stunde in Anspruch. Beim Naturlehrpfad bzw. beim Mausoleum bei Losensteinleiten führen die Wege wieder zusammen.

Hier geht es vorbei am Schluss, die Straße überquerend durch den Ort Losensteinleiten hindurch. Kurz nach dem Ortsschild teilt sich der Weg. Der Salzsteig, der uns seit Linz begleitet hat zweigt hier rechts ab, der Mariazeller-Weitwanderweg verläuft links.
Scheinbar ohne Ende geht es auf Feldwegen weiter, bis nach gut fünf Stunden in der Ferne die Außenbezirke von Steyr auftauchen und auch schon die Christkindlkirche zu erspähen ist. Man kommt an die Bundesstraße 122, überquert diese und biegt sogleich nach der Lärmschutzwand rechts ab, folgt dem Weg zu einer Brücke über die Steyr und folgt der Straße zum Christkindlweg, dem man bis zur Kirche folgt.

Nach der Kirche teilt sich erneut der Weg. Ich folge der Variante A, die mich zum Stadtkern von Steyr führt. Bei einem Kreisverkehr von dem aus die Stadtpfarrkirche gut zu sehen ist biege ich rechts ein um sogleich nach Links die Brücke über die Enns zu überqueren.

Somit ist die zweite Etappe abgeschlossen und ich fahre mit einer Blase an den Füßen mehr mit dem Postbus zurück nach St. Florian. Vielleicht geht es ja schon nächste Woche weiter…